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Massenentlassung

Sie haben einen Betrieb mit mehreren Beschäftigten und fürchten, aufgrund betrieblicher Gründe gleich mehrere Ihrer Arbeitnehmer entlassen zu müssen? Oft greifen hier die Regelungen zur Massenentlassung.

Von einer Massenentlassung spricht man, wenn der Arbeitgeber mehrere Kündigungen innerhalb von 30 Tagen ausspricht, die nicht aufgrund von persönlichen oder verhaltensbedingten Gründen erfolgen. Wie viele Kündigungen konkret ausgesprochen werden müssen, hängt von der Beschäftigtenzahl des Betriebes ab.

Bei 20 und weniger als 100 Beschäftigten: 10 oder mehr Personen

Bei 100 und weniger als 300 Beschäftigten: mindestens 10 %

Bei mehr als 300 Beschäftigten: mindestens 20 %

Weitere Schritte für Sie als Arbeitgeber

Handelt es sich um eine Massenentlassung, sind vom Arbeitgeber folgende Schritte zu unternehmen:

  • Informieren Sie die Arbeitnehmer (und ggf. den Betriebsrat) über :
  1. Gründe für die Massenentlassung
  2. Anzahl der gekündigten Arbeitnehmer
  3. Zahl der regulär beschäftigten Arbeitnehmer
  4. Zeitraum, in dem die Kündigungen voraussichtlich ausgesprochen werden
  • Teilen Sie Informationen über die oben genannten Punkte der Agentur für Arbeit mit
  • Nach der Information: gewähren Sie den Arbeitnehmern Möglichkeit, sich zu äußern und Vorschläge zu äußern, die Massenentlassung zu umgehen
  • Setzen Sie dem Betriebsrat angemessene Frist, sodass reiflicher Gedankenaustausch stattfinden kann

Findet keine Benachrichtigung der Agentur für Arbeit statt oder finden sich in dieser Fehler, könnten Ihre Kündigungen nicht wirksam sein.

Unterstützung vom Fachanwalt für Arbeitsrecht

Die Massenentlassung ist für jeden Arbeitgeber unangenehm und misslich. Es stellen sich viele Fragen. Arbeitnehmer reagieren häufig fassungslos und betroffen. Wenn Sie sich in dieser Lange befinden und über eine Massenentlassung nachdenken, können wir Ihnen weiterhelfen. Möglichweise können wir gemeinsam nach einem umfassenden Beratungsgespräch eine andere Lösung finden. Sollte die Massenentlassung der richtige Weg sein, können wie Sie dabei unterstützen, die betrieblichen Schäden möglichst gering zu halten.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Beratung in unserer Kanzlei. Die Lösung Ihrer Angelegenheit ist nur einen Anruf entfernt.

Kontakt:
Tel: 0511 - 81 70 61
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AKTUELLES


Fristlose Kündigung aufgrund Verdachtes zur Nähe zum militanten Islamismus gerechtfertigt?
Das Landesarbeitsgericht Hannover entschied am 12.03.2018, dass ein bloßer Verdacht von außerdienstlichen Fehlverhaltens in Form von strafbaren unterstützen von religiös motivierten Extremismus eine außerordentliche Kündigung nicht begründen kann. 

Weiterbeschäftigung trotz Wegfalls der alten Stelle
Ein Arbeitgeber kann sich nicht im Rahmen einer Vollstreckungsabwehrklage darauf berufen, dass eine Weiterbeschäftigung nicht möglich ist, sofern lediglich der alte Arbeitsplatz weggefallen ist. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sich um eine andere vertragsgemäße Beschäftigung für den Arbeitnehmer im Betrieb zu bemühen.

EuGH: Befristung eines Arbeitsverhältnisses über Regelaltersgrenze hinaus zulässig
Ein Lehrer befand seine befristete Verlängerung kurz vor Erreichen der Regelaltersgrenze als Missbrauch von befristeten Arbeitsverträgen. Der EuGH entschied nun, dass eine solche Regelung jedoch zulässig ist.  

EuGH stellt neue Grundsätze zu Rufbereitschaft auf
In seinem neuen Urteil grenzt der Europäische Gerichtshof (EuGH) ab, wann die Rufbereitschaft als Arbeitszeit zählt und wann sie als Ruhezeit zu behandeln ist. Nicht immer hat diese Einschätzung auch Einfluss auf das zu zahlenden Entgelt des Arbeitgebers.

Ein "Eintopf aufs Haus" ist kein Kündigungsgrund
  In den vergangenen Jahren beschäftigten sich mehrere Landesarbeitsgerichte sowie das BAG mit der Frage, ob und unter welchen Umständen Bagatelldiebstähle eine Kündigung rechtfertigen können. In diesem Fall wurde ein Hoteldirektor, der einen Eintopf auf Kosten seines Arbeitgebers aß sowie Toilettenpapier mit nach Hause nahm, gekündigt.  

Kein Schmerzensgeldanspruch nach betrieblicher Grippeimpfung
Der Arbeitgeber muss keine Schmerzensgeldansprüche seiner Arbeitnehmer infolge einer betrieblichen Grippeimpfung erfüllen - auch nicht, wenn die Impfung vom Arbeitgeber kostenlos angeboten wird.  

Kirchliches Arbeitsrecht durch dynamische Bezugnahmeklausel auch nach Betriebsübergang
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass der Betriebserwerber nach einem Betriebsübergang von einem kirchlichen auf einen weltlichen Arbeitgeber weiterhin an eine in den Arbeitsverträgen enthaltene dynamische Bezugnahmeklausel auf eine kirchliche Arbeitsrechtsregelung gebunden ist.

Kein Kündigungsschutz und keine Wiedereinstellung in Kleinbetrieben
Das BAG hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob und inwieweit in Kleinbetrieben, also Betrieben mit nicht über zehn Arbeitnehmern, in denen kein Kündigungsschutz nach dem Kündigungschutzgesetz (KSchG) besteht, eine Klage auf Wiedereinstellung erfolgreich sein kann. Insoweit hatte das BAG ebenfalls zu beurteilen, ob sich eine nachträglich als falsch erwiesene Kündigungsprognose in Kleinbetrieben auswirkt.

Weitgehendes Direktionsrecht des Arbeitgebers beim Schichtwechsel
Das Bundesarbeitsgericht hat das Direktionsrecht des Arbeitgebers im Hinblick auf einen Schichtwechsel neu bewertet. Am 18.10.2017 urteilte das BAG arbeitgeberfreundlich im Bezug auf das Direktionsrecht des Arbeitgebers nach § 106 GewO.

Kündigung bei unzureichendem Verdacht einer Straftat unwirksam
In einem außergewöhnlichen Fall entschied das LAG Hamm, dass eine Verdachtskündigung einer Bank-Mitarbeiterin wegen des bloßen Verdachts einer Straftat unwirksam ist. Das Gericht äußerte sich näher zu den formellen und materiellen Voraussetzungen einer Verdachtskündigung.

Kündigung aufgrund "Mein Kampf" - Lektüre wirksam
Das Landesarbeitsgericht Berlin musste sich kürzlich mit der Kündigung eines städtischen Mitarbeiters, der während der Arbeitszeit „Adolf Hitler, Mein Kampf“ gelesen hatte, befassen und befand, dass die Kündigung auch ohne vorherige Abmahnung wirksam sei, da das LAG einen besonders schwerwiegenden Pflichtverstoß erkannte.

Mindest-Berechnungsgrundlage für Sonderzahlungen ist Mindestlohn
Das Bundesarbeitsgerichts urteilte am 20.09.2017 über mehrere aktuelle Aspekte des Mindestlohnrechts. Sowohl der Entgeltfortzahlung an Feiertagen, als auch der Berechnung von tariflich gewährten Nachtzuschlägen bzw. Urlaubsentgelten sei der aktuelle Mindestlohn zugrunde zu legen. Die Mindestberechnungsgrundlage sei der Mindestlohn und nicht ein vertraglich vereinbarter Stundenlohn, so die Richter.

Fernsehsender kann Arbeitsverträge von Serien-Schauspielern langzeitig und wiederholt befristen
Serien-Schauspieler müssen langfristig und wiederholt befristete Arbeitsverträge akzeptieren.Die langjährige Beschäftigung der Schauspieler in ihren Rollen als Kommissare überwiege nicht das Interesse an einer kurzfristig möglichen Fortentwicklung des Formats durch die Streichung der bekleideten, im Kernbereich des künstlerischen Konzepts liegenden und die Serie mitprägenden Rollen.      

Außerordentliche Kündigung wegen Beleidigung eines Geschäftsführers
Auch die mittelbare Beleidigung der Geschäftsführer rechtfertigt nach dem LAG Schleswig-Holstein eine außerordentliche Kündigung. Die Bezeichnung der Geschäftsführer als "soziale Arschlöcher" kann auch in einem langjährigen Arbeitsverhältnis in einem Familien geführten Kleinbetrieb ohne vorherige Abmahnung die außerordentliche Kündigung rechtfertigen.

Vorsicht bei Zweckbefristung wegen Schließung einer Betriebsstätte
Das Bundesarbeitsgericht urteilte über die Zweckbefristung eines Arbeitsverhältnisses aufgrund der Schließung einer Betriebsstätte. Es entschied, dass Sachgrund-Befristungen weder arbeitgeber- noch betriebsorganisationsbezogen, sondern betriebstätigkeitsbezogen auszulegen sei. Beabsichtige der Arbeitnehmer bei Vertragsschluss seine betriebliche Tätigkeit nach einer räumlichen und/oder organisatorischen Änderung fortzuführen und besteht der betriebliche Bedarf an der vertraglichen Arbeitsleistung des befristet eingestellten Arbeitnehmers an dem neuen Arbeitsort fort, so sind die Voraussetzungen der Befristung nicht ohne Weiteres erfüllt.

Lexikon

Informieren Sie sich zum Thema Kündigung

Im Lexikon finden Sie umfangreiche rechtliche Informationen rund um die Kündigung, das Recht der Arbeitnehmer, den Arbeitsvertrag, Abmahnung und Abfindung.

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