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Spontanurlaub ohne Genehmigung rechtfertigt Kündigung

Die Arbeitnehmerin beschäftigte die Arbeitnehmerin seit August 2014 als Junior Business Excellence Manager mit Controlling-Tätigkeiten in der Abteilung "Online Performance Management". Neben ihrer Tätigkeit absolvierte die Arbeitnehmerin ein BWL-Studium, das sie am 21.06.2017 erfolgreich abschloß. Zwecks der Prüfungen wurde der Arbeitnehmerin für Donnerstag und Freitag, den 22. und 23. Juni 2017 Urlaub gewährt. Am darauffolgenden Montag, den 26.06.2017 erschien die Arbeitnehmerin nicht im Büro. Es folgte lediglich eine E-Mail, die zwei Stunden nach Dienstbeginn ihren Vorgesetzten erreichte, in der sie diesen darüber informierte, dass sie einen Spontanurlaub auf Mallorca mit ihrem Vater plane und in der Euphorie über die bestandene Prüfung keine Möglichkeit sah einen Vermerk bei der Arbeit zu hinterlassen. Sie werde bis zum 30.06.2017 abwesend sein und bat um eine kurze Rückmeldung ihres Vorgesetzten.
Um 17:00 des gleichen Tages erwiderte der Vorgesetzte, dass ein Urlaub in dieser Zeit nicht möglich sei und die Arbeitnehmerin aus betrieblichen Gründen benötigt werde. Alternativ wurde ihr Angeboten am Ende der Woche frei zu nehmen.
Einen Tag später meldete sich die Arbeitnehmerin abermals per E-Mail und berichtete, dass sie bereits seit dem Wochenende auf Mallorca sei und es keine Möglichkeit gäbe zur Arbeit zu kommen. Nachdem die Arbeitnehmerin sodann auch am darauffolgenden Montag nicht an ihrem Arbeitsplatz erschien, sprach die Arbeitgeberin eine fristgerechte Kündigung aus. Die gegen diese Kündigung gerichtete Klage wies das Arbeitsgericht ab, woraufhin die Arbeitnehmerin Berufung einlegte.

In der mündlichen Verhandlung entschied das LAG daraufhin, dass die eigenmächtige Inanspruchnahme von Urlaub ein Kündigungsgrund ist, der sogar eine fristlose Kündigung rechtfertigen könne. Vorliegend - so das LAG - habe die Arbeitnehmerin spätestens ab dem Dienstag ernsthaft zu erkennen gegeben, dass sie an dem eigenmächtig genommenen Urlaub festhalte und nicht zur Arbeit kommen werde. Damit habe sie ihre vertraglichen Pflichten zur Arbeit beharrlich verletzt. Den Vorträgen der Arbeitnehmerin ließ sich auch nicht entnehmen, dass der Vorgesetzte der Verlängerung des Urlaubs zugestimmt hätte.
Einer Abmahnung habe es nicht bedurft, zudem falle die Interessenabwägung in Anbetracht der kurzen Beschäftigungsdauer zulasten der Arbeitnehmerin aus. Fraglich war in formeller Hinsicht jedoch, ob die Betriebsratsanhörung ordnungsgemäß erfolgte, da die Arbeitgeberin mitgeteilt hatte, dass die in der Woche anstehenden Arbeiten nicht erledigt worden seien. Der Vorgesetzte hatte die Arbeiten zumindest teilweise selbst erledigt. Andererseits war der Betriebsratsvorsitzende in die Gespräche mit der Arbeitnehmerin eingebunden.

Letztlich einigten sich die Parteien, auf Basis dieser rechtlichen Hinweise, dahingehend, dass das Arbeitsverhältnis zum Kündigungsdatum beendet wird und die Arbeitnehmerin eine Abfindung von 4000 Euro sowie ein Arbeitszeugnis erhält.

(Urteil LAG Düsseldorf - v. 10.07.2018 - 8 Sa 87/18)

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