Ab 55 Jahren gehören Sie zu den „älteren Mitarbeitern“, aber gelten dann auch andere Regeln für eine Kündigung? Dies und weitere häufig gestellte Fragen zur Kündigung älterer Arbeitnehmer klären wir in unseren FAQs.

  1. Welche Altersgruppe betrifft die Kündigung älterer Arbeitnehmer?

    Darunter fallen alle Mitarbeiter im Alter von über 55 Jahren. Obwohl sie regelmäßig über deutlich mehr Berufserfahrung verfügen als jüngere Arbeitnehmer, ist in dieser Personengruppe die Furcht vor einer Kündigung besonders hoch.

  2. Kann man mit 55 Jahren noch gekündigt werden?

    Sowohl eine verhaltens- als auch eine betriebsbedingte Kündigung älterer Arbeitnehmer ist grundsätzlich möglich.

  3. Besteht ein besonderer Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmer?

    Nein, besondere gesetzliche Regelungen, die älteren Arbeitnehmern einen höheren Kündigungsschutz gewähren, gibt es nicht. Besonderen Schutz erfahren beispielsweise Schwangere oder Schwerbehinderte. Allerdings gibt es eine Reihe von Vorteilen gegenüber den jüngeren Kollegen. Darüber hinaus existiert der sog. „informelle“ Kündigungsschutz ab 55.

  4. Ergeben sich auch ohne besonderen Kündigungsschutz älterer Mitarbeiter Vorteile gegenüber jüngeren Arbeitnehmern?

    Eine Besserstellung ergibt sich zunächst im Hinblick auf die Kündigungsfrist. Die gesetzliche Kündigungsfrist richtet sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses. Bei 20-jähriger Beschäftigung liegt die Kündigungsfrist beispielsweise bei 7 Monaten zum Ende eines Kalendermonats. Häufig kommt es also vor, dass die Kündigungsfrist bei älteren Mitarbeitern länger ist. Bei jüngeren Arbeitnehmern ist dies allein aufgrund ihres geringeren Lebensalters oft schon nicht möglich. Weitere Änderungen der Kündigungsfristen können sich auch aus Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen ergeben. Im öffentlichen Dienst sind bei einer Kündigung über 55 zudem triftige Gründe erforderlich.
    Darüber hinaus werden bei der Kündigung älterer Mitarbeiter höhere Abfindungssummen fällig, da auch bei deren Berechnung die Dauer des Arbeitsverhältnisses ein Faktor ist.

  5. Was versteht man unter dem „informellen“ Kündigungsschutz älterer Mitarbeiter?

    Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass eine Kündigung nicht sozialwidrig sein darf. Bei der betriebsbedingten Kündigung älterer Arbeitnehmer ist zudem eine sog. Sozialauswahl zu treffen, in dessen Rahmen ältere Mitarbeiter oft Vorteile haben, da es für jüngere Kollegen in der Regel leichter ist, sich neu zu orientieren.
    Außerdem kann bei älteren Arbeitnehmern der Umstand, dass diese kurz nach Ablauf der Kündigungsfrist rentenberechtigt werden, die Sozialwidrigkeit der Kündigung begründen. Trotz fehlender gesetzlicher Regelung, ergibt sich so ein „inoffizieller“ Kündigungsschutz älterer Mitarbeiter.

  6. Wie können wir Ihnen bei der Realisierung des Kündigungsschutzes behilflich sein?

    Zum Team der Kanzlei Pavel in Hannover zählen mehrere Fachanwälte für Arbeitsrecht, die sich gerne mit der Prüfung der Frage auseinandersetzen, ob Gründe der Betriebszugehörigkeit oder ihres Lebensalters gegen eine Kündigung sprechen. Möglicherweise kommt anschließend eine Kündigungsschutzklage in Betracht, bei deren Erhebung wir Ihnen behilflich sein wollen.